Im Dezember begegnet uns die Brezel auch in süßer Gestalt: Auf so manchem Plätzchenteller finden sich Lebkuchen in Form einer Brezel, oft mit Schokolade überzogen.
Wie bei der Osterbrezel kann auch hier der Wandel der Brezel von der Fastenspeise zum Feiertagsgebäck als Grund dafür gelten, dass das Traditionsgebäck auch an Weihnachten seinen Platz hat. Denn auch der Advent war ursprünglich eine Zeit des Verzichts, in der man sich auf die folgenden Festtage einstimmt.
Die Brezel war überdies lange Zeit ein traditionelles Geschenk der Taufpaten an ihre Patenkinder: Aus der Zeit um 1900 ist bekannt, dass in Gessertshausen im Landkreis Augsburg Brezeln an Patenkinder verschenkt wurden, auch aus Tirol ist der Brauch überliefert.

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Die Brezel für den Baum
Brezeln finden sich auch am Tannenbaum als Christbaumschmuck, belegt ist das unter anderem in Oberösterreich. Und nicht zuletzt tauchte die Brezel auch schon vor langer Zeit auf dem Weihnachtsmarkt als Snack to go auf: Ein Holzstich aus dem Jahr 1867 zeigt eine Brezelverkäuferin auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt, die ihre Ware mit den Worten „warme, weeche Brezeln“ an den Mann und die Frau bringen wollte.
