Die Legende

Um die Entstehung der Brezel schlingen sich viele Legenden.

Eine der bekanntesten ist die des Hofbäckers Frieder aus Bad Urach auf der Schwäbischen Alb. Im Jahr 1477 fiel er beim Grafen Eberhard von Urach in Ungnade, denn seine Backwerke entsprachen nicht den herrschaftlichen Erwartungen. Dazu muss man wissen, dass Bäckern, deren Brote zu wenig Gewicht auf die Waage brachten oder aus minderwertigen Zutaten bestanden, seit dem Spätmittelalter empfindliche Strafen drohten: Sie wurden an den Pranger gestellt oder mussten eine Schandmaske tragen, wurden verhöhnt und dem Volk vorgeführt. Noch schlimmer war die „Bäckertaufe“, auch „Bäckerschupfen“ genannt: Der ehrlose Handwerker wurde in einen Schandkorb gesperrt und unter Wasser oder in Jauche getunkt.

Der Brezelbäcker: Glaubt man der Legende aus Urach, verdanken wir die Brezel einem Lebensmittelskandal!

Graf Eberhard von Urach griff gar zur drastischsten aller Bestrafungen für den Hofbäcker Frieder: Tod durch den Strang. Bis zur Hinrichtung wurde Frieder in den Kerker im Uracher Schloss gesteckt. Frieders Frau war verzweifelt und bat den Grafen um Gnade – dabei kam ihr zupass, dass Eberhard eigentlich ein großer Freund von Frieders Backwaren war und auch künftig nicht auf sie verzichten wollte. Also gewährte er einem Hofbäcker eine Gnadenfrist und stellte ihm eine Aufgabe: „Wenn du innerhalb von drei Tagen einen Kuchen oder ein Brot erfindest, durch welches dreimal die Sonne scheint und das mir besser schmeckt als alles, was ich kenne, dann sollst du frei sein!“

Die Brezel bietet reichlich Anlass zur Diskussion: Gehört der ‚Bauch‘ nach oben – oder die ‚Stirn‘? Wir haben uns für einen Mittelweg entschieden.
Die Brezel bietet gerne Anlass zur Diskussion: Gehört der ‚Bauch‘ nach oben – oder die ‚Stirn‘? Wir haben uns hier für einen Mittelweg entschieden.

Zwei Tage lang stand Frieder in seiner Backstube und zermarterte sich das Hirn, doch ihm wollte nichts einfallen. Auch seine Frau verlor langsam die Hoffnung und lehnte resigniert und mit verschränkten Armen in der Tür zur Backstube. Da hatte Frieder eine Erleuchtung: Inspiriert vom Anblick seiner Frau verschlang er einen Teigstrang und bildete ihre verschränkten Arme nach – vor ihm auf dem Backbrett lag nun die erste Brezel! Durch das Kreuzen des Teigstrangs war ein Gebäckstück mit drei Öffnungen entstanden. Erleichtert feuerte das Paar den Ofen an, die Brezeln standen einstweilen daneben. Die Katze der Bäckersleute, die neben dem Ofen gedöst hatte, nahm Reißaus, ihr wurde es zu warm. Dabei fegte sie die Brezeln in einen Eimer mit Lauge, der neben dem Ofen stand und für die Reinigung der Bleche gedacht war. Die Zeit drängte, also fischte Frieder die Brezeln kurzerhand aus dem Eimer, legte sie auf das Blech und schob alles in den Ofen. Dort entwickelte sich ein gar köstliches Gebäck, kastanienbraun, mit knusprigen Ärmchen und einem flaumigen, dicken Bauch. Das schmeckte auch dem Grafen, der zur Verkostung auch die Gräfin, eine italienische Prinzessin, hinzubat. Sie, so die Legende, kam auf den Namen „Brezel“: Die Gräfin nannte das Gebäck „Brazula“, italienisch für Ärmchen. Bäcker Frieder rettete sein Leben und schenkte uns die Brezel.

Die Brezel. Das Gebäck, durch das drei mal die Sonne scheint.

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